Klartext

Ablock.myblog.de closed!

Nach dem Rückzug von Schwenkbraten.de wird hiermit die offizielle Schließung von ablock.myblog.de bekanntgegeben. D.h. in Zukunft werden unterdieser Adresse keine weiteren Berichte, Comics oder sonstiger Quatsch mehr zu lesen sein. Der Blog bleibt lediglich zum Zwecke der Archivierung alter Beiträge bestehen.

17.6.08 19:46, kommentieren

A-Blogg! pausiert.

Aufgrund eines eklatanten Mangels an Ideen  längeren Aufenthaltes der A-Blogg!- Redaktion in Leipzsch, pausiert der A-Blogg! mindestens bis 20.Mai. Solange muss sich der geneigte Leser mit den nicht ganz so qualitativ hochwertigen Blogs (FCSBlog.de, Blau-schwarz.blogspot.com, bobbeslein.blogspot.com) rumärgern.

Leipzig ist schwarz.

8.5.08 00:27, kommentieren

Horst Hinschberger- Der Chat: Analysen, Interpretationen, Konklusionen

Heute war es soweit, Horst Hinschberger, unter anderem Präsident des 1.FC Saarbrücken stellte sich den euphorisierten Fans zum Kreuzverhör im Chat. Natürlich war auch A-Blogg! anwesend und löcherte den Präsidenten mit gekonnt investigativen Fragen. Im Folgenden werden gegebene Antworten HHs geistreich analysiert und interpretiert. Die Wiedergabe der Antworten erfolgt nicht nach chronologischen Gesichtspunkten, sondern vielmehr nach Wichtigkeit des Inhalts, wobei mit den weniger wichtigen Antworten begonnen wird. Sämtliche Antworten werden wortwörtlich wiedergegeben, lediglich Rechtschreibung und Grammatik (die in der Kürze der Zeit vernachlässigt werden mussten) wurden zu Gunsten einer besseren Verständlichkeit überarbeitet.

Zu Uli Hoeneß, vermissten Rückgraten, und ausstehenden Prozessen:

"[...]Vielmehr ist es enttäuschend, dass der Manager des bedeutensten Fußballclubs in Deutschland für eine derart unsportliche Haltung seines Vereines verantwortlich ist. Natürlich werde ich bei einem Zusammentreffen mit Ihm darüber reden.

Die Chancen im Fall Ngwat-Mahop stehen besser als 50%. In vier Wochen wird eine Vorverhandlung durchgeführt mit dem Ziel die mündliche Verhandlung vorzubereiten."

Ablogg!-Analyse: "mit ihm darüber reden" bezeichnet in Karate-Kreisen in der Regel den Ausspruch eines Gürtelträgers, der den seine Ehre verletzt habenden Deliquenten zu einem direkten Duell auffordert. Trifft in den nächsten Tagen als keine Ladung Weißwürste in Saarbrücken ein, wird Uli H. mit einem Team chinesischer Fackelläufer-Bodyguards in Berlin auftreten müssen, um sich Hinschberger erwehren zu können. "Besser als 50%" kann auch heißen 50,01 zu 49,99. So oder so, erste Ergebnise scheint es erst in vielen, vielen, vielen Wochen zu geben.

Zu Maik Frantz:

"Sicher keine Heldentat, aber man darf nach einem derart wichtigen Sieg nicht zu viele Vorwürfe machen und intern darüber reden"

Ablogg!-Analyse: Mike Frantz wird wegen angeblichen Zeitungslesens in die zweite Mannschaft verbannt. 

Nochmal zu Maik Frantz und zu Humbert:

"Dem Vernehmen nach gehe ich davon aus, dass eine ernsthafte Absicht bei Nürnberg besteht, einen Transfer der beiden Spieler mit dem 1.FCS zu vereinbaren."

Ablogg!-Analyse: Die Verbannung in Mannschaft 2 dauert bei Maik Frantz länger als gedacht, nur wird es dann die von Nürnberg sein.

Zu Zensur in FCS-Foren:

"Zensur ist nicht das richtige Wort, aber wir wollen nicht, dass in den mit uns befreundeten Foren Gewalltaufrufe veröffentlich werden oder Verabredungen zu Straftaten veröffentlicht werden. Hier ist eine freiwillige Selbstkontrolle erforderlich."

Ablogg!-Analyse: Zensur heißt jetzt "FSK" und ist so freiwillig wie die FSK bei Kinofilmen.

Zum Stadion:

" Die Pläne sind sehr konkret und es gibt mehrere interessierte Investoren von denen Einer in bereits  ernsthaften Verhandlungen steht. Die Schwäche der SVE könnte ein Handicap werden. Ich hoffe jedoch, dass die politischen Verantwortlichen begreifen, dass man Infrastruktur- Entscheidungen nicht von der Tagesform abhängig machen darf(z.B. Oberliga FCS)"
Zum Stadionmodell:

"Es werden derzeit noch mehrere Versionen diskutiert, eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen"

"Es werden derzeit noch mehrere Versionen diskutiert, eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen"

Ablogg!-Analyse: Das neue Stadion ist nicht aus Stahlroren, sondern irrationalen Hoffnungen und vermeintlichen Elfenbergerschen Erfolgen gebaut. Das Fundament wackelt bedenklich.

Zu neuen Sponsoren:

"Ich bin sicher, dass einige Sponsoren wieder zurückkommen, neu hinzukommen und andere Ihr Engagement verstärken werden. Eine besondere Bedeutung hierfür hat auch das neue Stadion und diedamit verbundene bessere Präsentation des 1. FCS"

"Es gibt konkrete Gespräche und auch schon einige Personen, die bereit sind in der Wirtschaft für den 1. FCS zu werben, leider hat das Schwächeln der Mannschaft im Herbst 2007 das Interesse an engagements behindert; wenn wir jedoch so weiterspielen wie gestern und der Aufstieg sicher ist, hat der Verein neue Gesprächsgrundlagen. Hierzu zählt im übrigen auch die gute Leistung der Bundesliga Frauen."

"Wir werden künftig keine Zahlen zu unserem Etat mehr veröffentlichen, was Sie sicher nach den bisherigen Presseveröffentlichungen verstehen können. In der RL werden wir im ersten Jahr einen ausreichenden und in der Folge, wenn wir den Aufstieg ernsthaft ins Auge fassen werden ,einen sehr guten Etat haben"

Ablogg!-Analyse: Die Menge der Sponsoren, die beim FCS Schlange stehen, ist in etwa so groß, wie die Menge der Menschen, die mitten in der Sahara stehend ein Solarium erwerben wollen würden. 

Zum Trainer:

"Wir haben mit Alfred Kaminski vereinbart, dass er unser Trainer bleibt, solange wir aufsteigen. Das bietet ihm reichlich Perpektive."

Ablogg!-Analyse: 2013/2014 spielt der FCS 1.Liga unter Kaminski oder Oberliga unter Ehrmanntraut

Nun die wichtigen Fragen, denn auch Ablogg! hatte ein paar, wenn nicht sogar die wichtigsten Wissenslücken zu füllen:

Ablogg!: "Angenommen die Qualifikation für die Regionalliga wird geschafft, was keineswegs sicher ist, wie sieht die sportliche Zukunftsplanung aus, gibt es einen X-Jahres Plan?"

Hinschi:"Es gibt für die Regionalliga einen Dreijahresplan. Wir wollen zunächst sehen, wer in der 3. Bundesliga ,und mit welchen Vereinen wir in der Regionalliga spielen werden. Erst wenn das klar ist, kann man unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Mittel den Aufstieg in die 3. Bundesliga angehen. Das heißt, wir werden im ersten Jahr der Regionalliga nur einen Platz in der oberen Tabellenhälfte anvisieren, denn erst wenn wir Spielstärke und Spielerqualitäten unserer Gegner beurteilen können, wissen wir wo, wie und durch wen wir unsere Mannschaft verstärken müssen.

Ablogg!:"Welche Vorteile hat es für einen Investor derzeit sich beim FCS zu beteiligen im Vergleich zu sagen wir..einer Eisenbahn, die er sich ebenfalls leisten könnte?"

Hinschi:"Ich weiß nicht ,ob eine Eisenbahn(Märklin oder Dampfross) soviel Emotionen bewegen kann wie der 1.FCS mit seinen vielen Tausend Fans, Zuschauern und Freunden(aber auch Feinden), wir sind mit Sicherheit immernoch und wollen es in Zukunft wieder vermehrt werden, ein wichtiger Werbeträger für die Stadt Saarbrücken und das Saarland. Wer hier investiert, investiert gut in das Image seines Unternehmens."

Und nun, die Frage aller Fragen, ausgesprochen von Ablogg!:

"Angesichts der Tatsache, dass sowohl D- als auch E-Block fanideologisch gebrandmarkte Gebiete sind, sollte man nicht einen neuen Block, bsp. den A-Block, zum Fanblock erheben, gerne auch in einem neuen Stadion?"

Hinschi:"Interessante Anregung, wir werden darüber nachdenken aber vielleicht ist es viel wichtiger, das Elend kein Thema mehr für den FCS und seine Fans ist."

Ablogg!-Analyse:  Horst Hinschberger bezeichnet die Idee den A-Block zum neuen Fanblock zu machen, als "interessant". Das heißt, in absehbarer Zeit wird der Fanblock "A-Block" heißen. Es ist nicht auszuschließen, dass dies bereits zu Ludwigsparkzeiten der Fall sein wird, wahrscheinlicher ist aber die Benennung des Fanblocks im neuen Stadion in "A-Block". Heureka! Pro A-Block! Dum spiro, spero!

1 Kommentar 13.4.08 22:05, kommentieren

Pro A-Block Video-Propaganda!

Das Pro A-Block Management gab soeben eine offizielle Pressekonferenz:

2.4.08 17:21, kommentieren

Was die Welle kann, kann A-Blogg! schon lang`:

Der Countdown läuft, das letzte reguläre Saarderby gegen den FC Homburg rückt näher, der alte Ludwigspark hat ein letztes großes Highlight verdient.

Darum heißt es an diesem einem, diesem 25.Spieltag der Oberligasaison 2007/2008 für eine einzige symbolische Aktion zusammenzustehen, gemeinsam mit kurzen, prägnanten Sprüchen die Mannschaft zum Sieg zu schreien, auf dass dieser Augenblick in Erinnerung bleibe. So legt alle Ressentiments ein einziges Mal für 90 Minuten, für die Winzigkeit eines Lidschlags, beiseite. Seid an diesem Samstag nich D-Blockler, Virage-Gänger, F-Block- Schreier oder  Tribünenklatscher, seid eine Gemeinschaft, seid der A-Block!

Der A-Block ist neutrales Gebiet, ideologisch nicht vorbelastet und daher das perfekte Terrain für dieses einmalige Wagnis. Und mag es noch so merkwürdig, so unwahrscheinlich, so unmöglich erscheinen:

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5 Kommentare 1.4.08 02:02, kommentieren

Pro A-Block! Ausweitung der Kampfzone.

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Nach dem jämmerlichen Versagen von D- und E-Block beim Spitzenspiel gegen die zweite Mannschaft des FCK wird der Bedarf in der Blocktrennungsfrage endlich zu handeln immer offensichtlicher. Da beide Blöcke für die Ideologie des jeweils anderen als einzig wahrer Standort nicht tragbar zu sein scheinen, muss der Umzug in einen neuen, einen neutralen Block geschehen. Die Vorteile des A-Blocks liegen hier deutlich auf der Hand: Zum einen ist der A-Block im Gegensatz zu den restlichen Blöcken so gut wie neu, zum anderen ist er weniger weit vom Spielfeld entfernt als der E-Block. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Auge in Auge dem Gegner gegenüberzustehen und schließlich und schlussendlich sind die Würste im A-Block einfach die besten.

Daher heißt es nun: Handeln statt tatenlos zusehen! Um ein symbolisches Zeichen für einen geeinten FCS zu setzen, ruft A-Blogg! zur Vereinigung der Kräfte gegen Homburg im A-Block auf.

Jetzt oder nie! Der Phantasie! Das neue Ziel! Doch viel zu viel? Für einen Augenblick und es gibt kein Zurück!

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Die Pro-A-Block! - Bewegung  kommt ab sofort mit neuem, schickem, und künstlerisch wertvollem Wappen daher. Das schwarze "PRO" teilt sich mit dem blauen "A-BLOCK" das "O" und symolisiert so den Zusammenhalt der Fans im neuen Fanblock. Das Goldgelb sagt dem FCS mit dem neuen Fanblock im Rücken eine ebensolche Zukunft voraus. Eingerahmt wird diese Krone der Schöpfung von bewährten schwarz-blau Kontrasten.

 

Pro-A-Block! We want you! 

1 Kommentar 23.3.08 23:25, kommentieren

Die Ultra-Gruppierung - Eine Fallstudie

Die Geschichte der Menschheit zeichnet sich unter anderem durch den Versuch des Menschen ,die Natur in allen Bereichen zu übertreffen, aus. Mittlerweile können wir schneller fliegen als jeder Vogel, weiter schwimmen als jeder Fisch und uns schneller fortbewegen als es je einem Tier zu Lande möglich gewesen ist. Und obwohl Einige von uns mittlerweile in der Lage sind künstlich Leben zu erschaffen, hat die Natur auch im Jahre 2008 nichts von ihrer Vielfältigkeit und Faszination verloren. Manches scheint uns auch heute noch seltsam, skuril und auf den ersten Blick unsinnig. Doch bei genauem Hinsehen erschließen sich dem geneigten Betrachter oftmals ungeahnte Geheimnisse.

Nach vielen Jahren penibelster Forschung, Beobachtung und unzähligen Versuchen sind wir nun zum ersten Mal in der Lage den Lebenszyklus einer der absonderlichsten Naturkreationen der Neuzeit zu beschreiben: Die Ultra-Gruppierung. 

I. Herkunft

I.a) Abstammung. Als der Fußball noch in den schraubgestollten Kinderschuhen steckte, interessierten sich vor allem die Akteure selbst für ihr Spiel, für ihre Freizeitbeschäftigung der sie da gerade nachkamen. Doch der Faszination des Spiels erlagen bald ganze Heerscharen von Menschen und je besser eine Mannschaft das Spiel beherrschte, desto mehr Menschen fanden sich ein, die diese Mannschaft lautstark unterstützten und Erfolg oder Misserfolg der Mannschaft auch auf sich selbst projizierten. Gewann meine Mannschaft, war auch ich ein Sieger, verlor sie, war auch ich ein Verlierer. Diese Menschen bezeichnete man als "Fans". Mit der Ausbreitung des Fußballs und den nun unübersichtlich großen Zahlen an Mannschaften erschloß sich schnell die Notwendigkeit eines geordneten Spielbetriebs. Im Laufe der Zeit wurden Ligen, Verbände, Regeln und Stadien aus der Taufe gehoben, immer mehr Menschen pilgerten zu Spielen. Auch die Zuschauer waren Veränderungen unterworfen. Die lautstark anfeuernden Fans mit Vereinsidentifikation, die ihrem Club überall hin folgten, gab es immer noch. Dazu gesellten sich nun reiche Honoratioren, deren Gelder für die gesponserten Vereine ganz neue Möglichkeiten eröffneten. Daneben existierten nun zahllose Erfolgsfans, die je nach Vereinserfolg kamen oder fernblieben. Die selbsternannten "wahren Fans" begannen bald die anderen Gruppen zu verachten. Sie waren die Vorläufer der Ultra-Gruppierung.

I.b) Geburt

Als die Millionäre nicht nur neben, sondern auch auf dem Platz zu stehen anfingen, trat eine große Veränderung im Fanleben ein. Die wichtigste Gruppe waren nun nicht mehr die anfeuernden Fans auf ihren kaum gewinnbringenden Stehplätzen, sondern die reichen Besucher der VIP-Loungen. In dieser Zeit wurde in Italien die Ultra-Gruppierung geboren, die kurze Zeit später nach Deutschland wanderte.

II. Wesen

Die Ultra-Gruppierung ist clever, sie weiß sich in Szene zu setzen. Durch das Basteln bunter Bildchen und Fahnen macht sie auf sich aufmerksam und erklärt, damit auch die Mannschaft zu unterstützen. Solche aufwändig gestalteten Bildchen nennt die Ultra-Gruppierung "Choreographie". Weiterhin versucht die Ultra-Gruppierung durch eigene, neue Lieder ihre Notwendigkeit für den Verein unter Beweis zu stellen. Weiterhin charakteristisch ist die Berufung und Betonung der Tradition des Vereins, für den man steht. Die Tradition gilt zwischen Ultra-Gruppierungen als ultimative Rechtfertigungswaffe. Bei der Beobachtung des Zusammentreffens zweier Ultra-Gruppen in freier Wildbahn, ließ sich feststellen, dass die Tradition ähnlich dem Kleid eines Pfauenhahns, zur Beeindruckung des Anderen verwendet werden kann. In dieser Hinsicht zeigt sich die Ultra-Gruppierung äußerst erfinderisch, sie orientiert sich an historischen Gepflogenheiten. In der Antike war es üblich, seine Herkunft auf einen Gott zu stützen. Um dies einigermaßen plausibel zu machen, schreckte man auch vor riesigen Lügenkostrukten nicht zurück. Ähnlich tut es die Ultra-Gruppierung, ob ein Verein Tradition hat oder nicht, ist zweitrangig. Wichtig ist, eine angebliche Tradition glaubhaft darstellen zu können. Dies gelingt deshalb so gut ,weil sich noch nie jemand Gedanken darüber gemacht hat, wie man "Tradition" eigentlich zu definieren hat.

III. Lebenszyklus

Durch einen plötzlichen, heftigen, meist spontanen Impuls erblickt die Ultragruppierung das Licht der Welt. Größe und Gewicht variieren dabei stark und stehen in einem noch nicht ganz geklärten Verhältnis zur sozialen Umgebung. Fortan protestiert die Ultra-Bewegung aufs Heftigste "gegen den modernen Fußball" und wirft immer wieder die ominöse Tradition in die Waagschale. In der Hauptsache konzentriert man sich jedoch auf die Unterstützung der Mannschaft. Dies geschieht auf audiovisuelle Weise und bringt der Ultra-Gruppierung zumindest zu Beginn einen großen Aufmerksamkeitsschub. Bei der Ultra-Gruppierung selbst kommt es zu starken Ausschüttungen von Glückshormonen, die vollkommen unabhängig vom Ergebnis der zu unterstützenden Mannschaft sind. In diesem Punk unterscheidet sich die Ultra-Gruppierung fundamental von früheren Fan-Vereinigungen. Hier geht es in erster Linie nicht mehr um den Verein als solchen, sondern um das Feiern der eigenen Existenz. Eine nur allzu typische Erscheinung in der modernen Spaßgesellschaft. Zum Selbstschutz wird offiziell als Hauptaufgabe aber weiter die bedingungslose Unterstützung des Vereins angegeben.

Im Leben einer Ultragruppierung wird irgendwann der Punkt erreicht, an dem die Gruppierung merkt, dass sie ihre öffentlich proklamierten Ziele selbst negiert. Auch dieser Zeitpunkt ist von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich und stark von Veränderungen im Verein abhängig. Sie wird sich nun bewußt, dass ihr Handeln absolut im Gegensatz zu den angegebenen Zielen steht. Der Protest gegen den modernen Fußball beschränkt sich nämlich in der Regel auf ein kleines Banner, das lustlos an einem Zaun im Wind flattert und einige wenige, unmotivierte Foreneinträge. Ansonsten unterstützt die Ultra-Gruppierung den modernen Fußball, indem sie die Millionäre auf dem Platz anfeuert, dem modernen Verein durch Trikotkauf und Eintritt Geld in die Kassen spült und ihn gegen all die anderen "kommerziellen Retortenclubs" (Ultrasprache) verteidigt. Von dem Tag an, da diese Erkenntnis eintritt, erfolgt der Abstieg der Ultragruppierung. Das finale Highlight im Leben der Ultra-Gruppierung ist der zum Scheitern verurteilte Kampf gegen Kommerzialisierungstendenzen im eigenen Verein. Dieser letzte Kreuzzug, der geichzeitig den Untergang besiegelt, kommt zu Stande, in dem sich die Ultra-Gruppierung tatsächlich auf die von ihr proklamierten Werte besinnt. Meist braucht es dann noch einen Auslöser, der sie ins letzte Gefecht treibt. Dies kann beispielsweise die Namensänderung eines Vereins, die Fusion mit einem anderen Verein, der Verkauf des Stadionnamens oder die Zerstörung der alten Spielstände zu Gunsten einer "seelenlosen Multifunktionsarena" (Ultrasprache) sein.

Die Ultragruppierung kämpft nun als Speerspitze der Protestbewegung, versucht alle Hebel in Bewegung zu setzen, ruft zu Demonstrationen auf und wirbt mit eigenen Homepages, Flyern und Plakaten für ihr Anliegen. Zuletzt nutzt dies alles nichts, da der Verein sich auf wenige reiche Menschen stützt und die Ultra-Gruppierung für seine Interessen im Zweifelsfall nicht benötigt. Die Ultra-Gruppierung wird also Opfer ihres eigenen Entstehungshintergrunds. Der Sieg des Vereins bedeutet nun den Tod unserer geliebten Gruppe, sie zerfällt und verstreut sich in alle Winde. Einige Teile aber schließen sich zu einer neuen Gruppe zusammen und der Kreislauf beginnt von vorn. 

6.3.08 01:55, kommentieren