Nach dem Spiel

FCS vs. Wormatia Worms, Finale Schlussfolgerungen.

Nach der verdienten 0-1 Niederlage im entscheidenden Spiel um den "Aufstieg" in die Regionalliga im Ludwigspark gegen Wormatia Worms, ist es Zeit, einige wichtige Schlussfolgerungen zu ziehen:

1) Der große 1.FC Saarbrücken kickt nächstes Jahr in der fünften Liga

2) Das Stahlrohrstadion für 20.000 Zuschauer muss nicht mehr gebaut werden

3) Es sollte jetzt auch mit 15.000 Plätzen getan sein

4) Nach einem Jahr Auszeit geht es wieder gegen Elversberg

5) Zwei !

6) Die Guiness Buchgesellschaft für Weltrekorde sollte einmal in SB gastieren, Stichwort: 3fach Abstieg

7) Der Grundkurs "Die Geographie Deutschlands- Dörfer im Südwesten" geht in die zweite Runde

8) Willkommen SG Betzdorf!

9) Die Eintrittspreise werden nicht erhöht!

10) Lieber Liga 5 als Liga 6

11) Wir spielen immer noch auf (Kunst)rasen

12) Alles Lüge! Anders als uns das PC-Spiel "Worms" weismachen will, können Würmer sehr wohl auch im Wasser weiterspielen! 

13) Die Vereinsoberen zaubern neue Sprüche aus dem Hut:

"Liebe kennt keine Liga - Jetzt erst recht!"

"Liebe kennt keine Liga- Reloaded"

"Liga 4 :vorbei, Liga 5: Ich bin dabei!"

" Hoffenheim nachahmen? Wir machen´s umgekehrt!"

"back to the roots" -" Zurück zu den (Gras)Wurzeln"

 

24.5.08 20:11, kommentieren

FCS vs. Hauenstein oder: Mit dem Zug nach Engers... und zurück??

Nachdem das Saarland neuesten, zweifelhaften Umfragen zufolge nicht mehr auf dem Thron der am meisten "schwenkenden" Bundesländer sitzt,weil die geliebte Landeshauptstadt Saarbrücken sich den Emporkömmlingen aus Erfurt geschlagen geben musste, hatte sich die saarländische Polizei für das Freitagabendspiel des 1.FC Saarbrücken gegen die Mannschaft aus Hauenstein etwas ganz besonderes ausgedacht um die Einzigartigkeit der Stadt an der Saar unter Beweis zu stellen: Man verschob den ersten einfach auf den zweiten Mai und rückte mit einer Hundertschaft an, um mögliche 1.Mai Krawalle am 2.Mai direkt im Keim zu ersticken. Damit machte man von Anfang an den Geheimplan linksautonomer Krawallmacher zunichte, die getarnt als Hauensteinfans für Unruhe sorgen wollten. Diese Präventivmaßnahme zeigte eine solche Wirkung, dass die Autonomen erst gar nicht anreisten. Die Polizei hatte also alles richtig gemacht. Wer sich also gestern aufregte, dass ein viel zu großes Polizeiaufgebot Steuergelder verschlungen hätte, obwohl doch wirklich nun überhaupt keine Hauensteiner auch nur in der Nähe des Ludwigsparks waren und Hauensteiner Fans für Saarbrücker in etwa so interessant seien wie Magerquark für Fast Food-Junkies, der hat einfach die geniale Polizeitaktik verkannt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Männer und Frauen in Grün, ohne Euch wären Fußballspiele nicht das, was sie sind. Keep on reaching for the rainbow!

Zum Spiel selbst: In einer relativ lahmen ersten Halbzeit, in der der FCS clever eine vermeintliche, spielerische Unfähigkeit vortäuschte, um die Hauensteiner für Halbzeit 2 in Sicherheit zu wiegen, passierte außer ein paar absichtlich absolut kläglich vergebenen Torchancen der Blau-Schwarzen und dem zwischenzeitlichen 1-1 in Mainz rein gar nichts. Doch während die Hauensteiner Hobby-Fußballer sich auf der Siegesstraße wähnten, tüfftelte Alfred Kaminski bereits an seinem teuflischen Halbzeitplan: Das Konzept, absoluten Dilletantismus in sämtlichen Bereichen vorzutäuschen, war absolut aufgegangen. Selbst die Stadionsprecher taten so, als könnten sie auch beim fünften Versuch nicht die korrekte Aufstellung bekanntgeben und packten extra lahme Witze aus, die man nicht mal in Homburg für witzig befunden hätte. Als dann noch das Eppers-Mobil kometenhafte 10 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit aufwies, schien die Sache für Hauenstein klar: Diese Trümmertruppe musste doch zu packen sein.

Aber weit gefehlt, denn in Halbzeit 2 zog die Mannschaft aus Saarbrücken plötzlich an, schnürte die überheblich gewordenen Hauensteiner in der eigenen Hälfte ein und ging folgerichtig durch Otto in Führung. Der Treffer zum 2-0 in der 76.Minute durch Hajdarovic sollte ungeheuer wichtig werden, als nur kurze Zeit später, der erst eingewechselte Maik Frantz mit Gelb-Rot vom Platz flog. Dem Schiedsrichter hatte man vergessen zu sagen, dass er wieder auf normalen Niveau pfeifen könne, so dass er 90 Minuten plus X konstant mies blieb. Dummerweise hatten auch die Stadionsprecher vergessen, mit der gespielten Unfähigkeit aufzuhören und fragten etwa, wo denn die Mainzer Fans wären. Nach dem zwischenzeitlichen 2-1 Anschlusstreffer. erfolgte die endgültige Erlösung von Spiel, Schiedsrichter und Stadionsprecher in der 92. Minute durch Pascal Stelleta. Danke!

Zugfahrer nach Engers sollten sich übrigends mehr als einen Tag frei nehmen :D

1 Kommentar 3.5.08 17:30, kommentieren

1-1 im Park, Alles Quark.

Auf den Rängen Rostwurst im Park

Auf dem Platz meist nur Quark.

Diesmal kam der FCK,

Leider nur die Zweite,

Ha ha ha.

Doch trug der Schein

Es sollt` dann doch die Erste sein!

Unentschieden ging´s aus,

Nicht jeder zog friedlich nach Haus.

Achja, das Spiel war ganz gut,

für kommende Aufgaben macht´s Mut.

Zur Halbzeit waren die Brezeln aus,

Ne Käsestange riss mich

Aus dem Hungerloch raus.

Blau-Schwarze Stimmung mau

Rot-Weiß so gar nicht grau.

Der Spielbericht ohne Ordnung und Sinn,

Trotz Unentschieden kommt die Feier:

Wir suchen alle Ostereier!

1 Kommentar 23.3.08 03:54, kommentieren

A Christmas Carol

 

Samstag, 1.12.07 4:30 Uhr, irgendwo in einem kleinen Dorf kurz vor Saarbrücken. Wie immer um diese Uhrzeit (No tears for the creatures of the night!)  begebe ich mich zu meinem Bett, um mir den längst überfälligen Schlaf abzuholen. Ich schlafe, wie üblich, bis 12:30 Uhr, wache putzmunter auf, springe ins Bad und sitze eine knappe Stunde später in meinem Wagen, der mich auf dem schnellsten Weg in Richtung Ludwigspark bringt. Es ist nun 14:05 Uhr und ich treffe im Park ein, zahle 4,50€ für meine Stehplatzkarte und freue mich auf ein gutes Fussballspiel. Kurz vor Anpfiff staune ich über die längste Trikotkette der Welt, die so lang ist, dass sie die komplette Laufbahn vereinnahmt. Die 6000 Zuschauer sind guter Stimmung, Fahnen wehen, Sprechchöre werden angestimmt, es erklingt die Vereinshymne aus tausend Kehlen. Um 14:30 Uhr pfeift der Schiedsrichter die Partie an, der Ball läuft so schnell in den eigenen Reihen, dass ich ihm kaum folgen kann, schon nach einer Minute die erste Großchance für Saarbrücken. Der Lärm der Fans ist bis in die Fußgängerzone hörbar. Das Spielniveau steigt von Minute zu Minute, ein offener Schlagabtauch zweier Mannschaften auf höchstem Niveau, Torchancen hüben wie drüben. In der 20.Minute trifft Manuel Rasp nach einer toll herausgespielten Chance, Marina ist chancenlos. Im Gegenzug rettet Formann mit einer Weltklasseparade die Führung. Nur 5 Minuten später trifft Hajdarovic nach einem weiten Abschlag von eben jenem Formann. D-Block und Virage-Est feieren gemeinsam die blau-schwarzen Helden auf dem Rasen, die bis zum Halbzeitpfiff in einem grandiosen Spiel die starken Neunkircher in Schach halten.

Rrrrrrrrrrrrrrrrring,rrrrrrrrrrrring. Ich werde unsanft von meinem Telefon geweckt. Irgendein ein Depp will mir ein R-Gespräch andrehen, es ist gerade mal 9:30 Uhr mitten in der Nacht, ich habe noch keine 5 Stunden geschlafen, will wieder ins Bett gehen, als es erneut klingelt. Wutentbrannt über den nervenden Anrufer lege ich den Hörer beiseite und versuche wieder einzuschlafen, was mir nicht mehr so recht gelingen mag. Verschlafen quäle ich mich aus meiner Schlafstätte und wanke ins Badezimmer.Als ich in den Spiegel schaue, erschrecke ich, reibe mir verwundert die Augen und drehe mich um. Da steht ein mir gänzlich unbekannter Typ hinter mir, zerissenes blau-schwarzes Trikot, kaputte Hose, mitgenommen aussehende Schuhe, Mütze auf der nur noch schwer erkennbar die Buchstaben  "A fsti g" zu lesen sind. Er nimmt mich bei der Hand und spricht: Ich bin der Geist der vergangenen Weihnacht, komm, ich muss dir etwas zeigen". Ich spüre, wie sich mein Körper langsam vom Boden löst, zwicke mich in den Arm und spüre einen leichten Schmerz, scheint also kein Traum zu sein. Alle Gesetze der Physik verachtend gleiten wir lautlos durch Wände und fliegen hinfort, ja wir fliegen!

Aber wieso fliegen wir eigentlich rückwärts? Und wieso sehe ich plötzlich noch vereinzelt Deutschland-Fähnchen an den Autos? Verblüfft stelle ich fest, dass wir sogar das Saarland hinter uns lassen. Einige Minuten später endet unsere Reise abrupt, wir sind in Darmstadt gelandet, im Auswärtsblock des dortigen Stadions! Ein achtlos weggeworfenes Stadionheft läßt mich das heutige Datum erkennen: 02.12.06 . Der Block ist menschenleer, auf der anderen Seite feieren einige "Lilien"- Fans ihre Mannschaft, sie hat gerade den 1.FC Saarbrücken mit 4-0 geschlagen. Bevor ich begreife, was hier vor sich gehen mag, zieht mich der Geist schon wieder fort, diesmal nach Saarbrücken, die Zeit ist vorangeschritten, er erzählt mir, es sei nun bereits der 9.12.06 . Wir gehen unbemerkt zu einer Gruppe Menschen, die sich am Ausgang des D-Blocks getroffen hat. "So ein Scheiß-Spiel, 2-2 , gegen Pfullendorf! Das ist doch unglaublich. Gott sei Dank ist jetzt Winterpause, danach müssen wir richtig angreifen!" Das ist alles, was ich verstehen kann, denn plötzlich bin ich wieder zu Hause.

14:05 Uhr, höchste Zeit loszufahren, wenn ich noch pünktlich kommen will, "Ich sollte wirklich ab und an auf die Rauschmittel verzichten" denke ich mir noch, als da schon wieder ein komischer Kerl im Haus steht, "Liebe kennt keine Liga" steht auf seinem Shirt und auch auf seinem Schal, der  aber irgendwie schon etwas mitgenommen ausschaut. "Ich bin der Geist der gegenwärtigen Weihnacht" sagt er, berührt meine Schulter und ich stehe mitten im A-Block, 10 Minuten später sehe ich die längste Trikotkette der Welt, und frage mich ob die Welt in den letzten Jahren geschrumpft ist, wenn diese 5 Shirts tatsächlich die längste Trikotkette der Welt sein sollen. Um 14:30 beginnt vor knapp 3600 Zuschauern ein weiterer unrühmlicher Höhepunkt in der Geschichte des FCS. Ein Grottenkick gegen Borussia Neunkirchen, jedes Curling-Spiel ist spannender und reicher an Glanzlichtern. Die einzige Großchance vergibt Manuel Rasp in der 20. Minute kläglich.Kaum Strafraumszenen, viele Nicklichkeiten, kein Spielfluss.  Erste Pfiffe begleiten die Teams in die Halbzeitpause. Nach der Pause trifft Neunkirchen zum 0-1, die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt und das Dutzend Neunkircher-Fans macht lautstark Stimmung für die eigene Truppe. Ohne jemals den Anschein zu erwecken noch in der Lage zu sein, das Spiel drehen zu können, verabschiedet sich eine ganz schwache Saarbrücker Elf mit einer weiteren Niederlage. Vereinzelt sind Forderungen nach einem gewissen "Ehrmanntraut" zu hören, in der französischen Ostkurve wird munter weiter Kinderchor gespielt, das Spiel ist längst aus. Ich höre ein paar Fans sprechen, höre wie sie davon reden noch irgendwie Bad Kreuznach zu überstehen und dann nach der Winterpause wieder richtig angreifen zu können.

So unverhofft ich im Stadion war, so unverhofft verschlägt es mich zurück. Ich will gerade einen Bericht über das Spiel in meinen Weblog eintragen, da erscheint der dritte ungebetene Gast des Tages, er trägt ein Trikot, einen Schal und eine Mütze der SV Elversberg und spricht: "Ich bin der Geist der zukünftigen Weihnacht, lass uns sehen, was die Zukunft bringt." Meine Verwunderung hält sich in Grenzen, als er mich kurz berührt und ich schon wieder im Ludwigspark stehe. In einem fast völlig verwaisten Park trainiert gerade die zweite Mannschaft der SV Elversberg, es ist der 06.12.2008 und im E-Block wird immer noch das Lied vom spiel gegen Neunkirchen aus dem letzten Jahr gesungen. Der Geist zieht mich weiter ins Sportfeld, dort spielt gerade die zweite Mannschaft des 1.FC Saarbrücken gegen den SF Köllerbach. "Nein, nein" belehrt mich der Geist, "das ist die erste Mannschaft des 1.FC Saarbrücken, Tabellenzwölfter der Oberliga, 15 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer FC Homburg" . 50 Fans aus Köllerbach und ca 100 aus Saarbrücken sind anwesend, Cheftrainer und gleichzeitiger FCS-Manager Didier Phillipe schaut ratlos drein, als die Sportfreunde aus Köllerbach das 0-4 erziehlen. "Ich sehe die Mannschaft am Ende unter den ersten drei" ist zu vernehmen.  Ich haue mir meinen Kopf gegen eine Wand und der Schmerz ist höllisch groß, verdammt schon wieder kein Traum!.

 

2 Kommentare 1.12.07 19:16, kommentieren

Wormatia Worms - FCS

Tom Cruise, Worms und der FKP

Vorbetrachtungen:

US-Schauspieler Tom Cruise machte in jüngster Zeit auf sich aufmerksam, weil er im Spielfilm "Valkyrie" den Hitler- Attentäter "von Stauffenberg" spielt, und es lange Zeit stark umstritten war, ob Filmaufnahmen im historischen Bendlerblock aufgrund der besonderen Bedeutung erlaubt werden würden oder nicht. Tom Cruise ist unter anderem bekannt durch die Mission: Impossible - Filme ; im dritten Teil, in dem er wieder als Geheimagent Ethan Hunt unterwegs ist, gibt es unter anderem eine Szene, in der Agent Hunt eine extra- angefertigte Maske trägt, die ihn eins zu eins wie seinen Kontrahenten aussehen läßt.

Vor einigen Wochen wurde in der Saarbrücker Zeitung das vermeintliche Prämienprogramm des 1.FC Saarbrücken veröffentlicht, das unter anderem bei Heimsiegen das Auszahlen der Prämie an eine bestimmte Zuschauerzahl koppelt.

Wormatia Worms - 1.FC Saarbrücken 2:0

Und das kam so:

Die Mannschaft, die als womöglich härtester Verfolger der ersten vier Plätze gilt, nämlich der FK Pirmasens, grübelte schon seit einigen Wochen nach einer Lösung, die sie ,trotz ihrer bisher stark schwankenden Leistungen, relativ einfach einen Aufstiegsplatz erreichen lassen wird. Da kam das Saarbrücker Prämien-System gerade recht. Im Prinzip ist es ganz einfach: Den Kern des Plans bildet der Versuch, die Zuschauerzahlen im Ludwigspark auf konstant niedriges Niveau zu bringen. Denn wenn weniger Zuschauer kommen als für die Auszahlung der Prämien angesetzt, wird sich die Motivation der Spieler in Grenzen halten bzw. vielleicht so gar mit der Zeit gegen Null tendieren. Die Folge: Saarbrücken gewinnt kaum noch Heimspiele, veliert mit jedem Spieltag mehr Punkte auf Pirmasens und am Ende steht der FKP auf Platz 4, während für den FCS nur der fünfte Platz bleibt.

Wie aber sollte man es anstellen, dass die Zuschauerzahlen schlagartig rapide sinken?

Die Idee: Saarbrücken muss ein solch mieses Spiel abliefern, dass sich die Zuschauer für längere Zeit nicht mehr in den Park begeben werden.

Die Ausführung: Der Saarbrücker Mannschaftsbus wurde kurz vor Worms unter dem Vorwand, dort stünde eine Gruppe fanatischer Fans, die jedem Spieler 50€ für ein Autogramm zahlen würden, auf einen Autobahnrastplatz gelockt . Dort angekommen, stürmte ein Trupp in Pirmasens stationierter US-Amerikaner den Bus und zwang sämtliche Spieler zum Ausstieg. Aus einem bereits auf dem Parkplatz wartenden Bus kamen nun 22 Kreisliga B- Spieler, deren Bewußtsein durch den Einfluss starker alkoholhaltiger Getränke getrübt war, und nahmen die Plätze der FCS-Spieler ein.

Jetzt blieb nur noch die Aufgabe, das Publikum bloß keinen Verdacht schöpfen zu lassen. An diese Stelle kommt nun Tom Cruise ins Spiel. Denn ähnlich wie in Mission Impossible 3 hatten die Pirmasenser täuschend echt aussehnde Masken der Saarbrücker Spielergesichter anfertigen lassen. Die Technik dazu kam natürlich von den Amerikanern. Mit bisher noch unbekannten Tricks gelang es zudem, die nicht ganz so athletischen Körper der Hobbykicker aussehen zu lassen, als handele es sich um die Körper von Profifussballern.

Am und im Stadion schöpfte Niemand Verdacht, und so konnte das Spiel gegen die Wormser beginnen. Je länger das Spiel dauerte und je schlechter die FC-Spieler- Imitationen spielten, desto stärker wurde die Ahnung, dass auf dem Feld unmöglich die Mannschaft, die den FK Pirmasens mit 6-1 aus dem Stadion geschossen hatte, spielen konnte. Der Argwohn verdichtete sich noch, da die Kreisliga Kicker nicht einen Zweikampf gewannen und eine Torgefahr ausstrahlten, die man in etwa vergleichen kann mit der Gefahr in der Mittagssonne der Wüste zu erfrieren. Erfrieren taten auch die Saarbrücker Supporter, deren Stimmung mit der in der Allianz-Arena konkurrieren konnte.

Zur Halbzeit stand ein 2-0 für die Wormatia zu Buche, welches sie sich gegen die alkoholisierten Feierabend-Fußballer redlich verdient hatte. Auch nach Anpfiff der zweiten 45 Minuten taten diese reichlich wenig und so kann man von Glück sagen, dass es beim 2-0 blieb. Da bisher nur Indizen vorliegen, kann die Poilzei bis dato nichts gegen die dreisten Pirmasenser Schummler unternehmen. Wo die echte Saarbrücker-Elf abgeblieben ist, ist zur Stunde ebenso ungeklärt.

Manager Loos, bei dem , im Gegensatz zum Rest des Managements und Trainergespanns, die bewußtseinsveränderten Drogen nicht wirkten, wollte schon vor Anpfiff zurückschlagen, und erklärte, dass die 16-Meter Räume teilweise zu klein seien, daher wolle man Protest gegen die Spielwertung einlegen. Dieser wird vermutlich ähnlich erfolgreich verlaufen wie die Saarbrücker Proteste beim Pokalspiel gegen Gresaubach.

So bleibt nur zu hoffen, dass die Mannschaft, wo immer sie derzeit festgehalten mögen werde, sich bis zur Heimpartie gegen Hasborn befreien kann.

17.11.07 23:50, kommentieren

Déjà-vu? Nö!

"Wow, ein Deja Vu!"
"Was hast Du gerade gesagt?"
"Nichts, ich hatte nur ein kleines Deja Vu."
"Was hast Du gesehen?"
"Was war denn?"
"Da kam grad `ne schwarze Katze vorbei, und danach noch eine, die genauso aussah."

"Als Déjà-vu-Erlebnis  bezeichnet man ein psychologisches Phänomen, das sich in dem Gefühl äußert, eine an sich völlig neue Situation schon einmal exakt so erlebt, gesehen oder geträumt zu haben." *

Bei fast sommerlichen Temperaturen um die 6°C, einem Anflug von Nieselregen und leichten Winden, wollten im nicht ganz ausverkauften Ludwigsparkstadion etwa 3000 Zuschauer die Partie des 1.FC Saarbruecken gegen den SV Roßbach/Verscheid sehen. Die Schlachtenbummler aus Roßbach, die nicht ganz so zahlreich wie befürchtet (A-Blogg! berichtete) eingetroffen waren, belegten mit knapp 30 Mann, zur Überraschung Vieler, Plätze auf der Karlsberg-Tribüne. Allein diese Tatsache zeigte schon zu Spielbeginn die Größenverhältnisse beider Teams deutlich auf: Auf der einen Seite die großen Roßbacher, deren Fans sich Plätze auf der Karlsbergtribüne leisten können, auf der anderen Seite die in blau-schwarze Fetzen gekleideten Saarbrücker, die sich die Beine in den Bauch stehen mussten.

Bei fast schon Fritz-Walter -oh pardon!- bei den jedenfalls zu Beginn geschilderten Wetterverhältnissen, übernahm der FCS zur Überraschung aller spätestens ab der 15.Spielminute die Spielkontrolle.Roßbacher Torchancen blieben bis dahin Mangelware.

Halt! Wir erinnern uns: Auch gegen den SC Hauenstein schickte sich der FCS an, als Favoritenschreck zu agieren und machte das Spiel. Doch mit der ersten Torchance der Hauensteiner fiel in der 43.Minute das 1-0. Gegen die favorisierten Spieler aus Engers dominierten ebenfalls die Saarbruecker, bevor mit der ersten Chance für Engers auch das erste Tor für Engers fiel, Minute 15.

Zurück zum Spiel: Der FCS beherrscht die Partie, macht das Spiel, doch mit der ersten Roßbacher Torchance fällt das Tor für Roßbach, 0-1. Ein Déjà-vu? Mitnichten, denn der Treffer fällt in der 37.Minute, also 5min früher als das Tor gegen Hauenstein und 22 Minuten später als der Treffer von Engers. Eine weitere Rossbacher Torchance nach Eckball klärt der gut reagierende Saarbrücker Torhüter.

In der zweiten Halbzeit machen es die Roßbacher den großen Bayern gleich, schalten einen Gang zurück und versuchen das Ergebnis zu verwalten. Das funktioniert lange Zeit richtig gut, weil die Saarbrücker Stürmer sehr um Nettigkeiten bemüht, den Roßbachern viele Gastgeschenke zukommen lassen,und sich strikt weigern ein Tor zu erzielen. In der 80. Minute dann die Katastrophe: Irgendwie fällt der Ball auf den Kopf von Danny Luft, und springt von dort unglücklich ins Tor, 1-1. Um die Roßbacher nicht weiter zu verärgern, halten sich die FCS-Spieler nun an die ungeschriebenen Gesetze des Anstandes und erzielen keinen weiteren Treffer.

Fazit: Der 1.FCS erreicht gegen den Aufstiegsaspiranten Roßbach verdient einen Punkt und empfiehlt sich für höhere Aufgaben, lediglich in Punkto Gastfreundlichkeit sollte man sich stärker am Prinzip "Weniger ist manchmal mehr" orientieren.

Außerdem sind Ergebnisse in folgenden Wertungen erzielt worden:

 1. In der Roßbacher Dorf-internen Wertung "Spieler, der die längste Spielunterbrechung erreichen kann" siegte der Roßbacher Torhüter nach sensationeller Einlage in der 50.Minute, als er es schaffte, einen Doppelfaller mit anschließender Verletzungssimulation hinzubekommen. Trotz etlicher Versuche seiner Teamkollegen, ihn in dieser Wertung zu übertreffen, hat er sich den Titel doch redlich verdient.

2.In der Roßbacher Dorf-internen Wertung " Spieler, der die beste Neuinterpretation des sterbenden Schwanes abliefern kann", konnte kein eindeutiger Sieger ermittelt werden, da sich fast alle Roßbacher auf gleich hohem schauspielerischem Niveau bewegten.

3.Zu guter Letzt eroberte der SV Roßbach/Verscheid den Titel " Unfairste Mannschaft, die im Ludwigspark in der Oberliga vorstellig wurde" und stieß damit den bisherigen Spitzenreiter Tus Mayen deutlich vom Thron. Die Jury dazu: "Es war äußerst unfair von den Roßbachern, ihre internen Wettbewerbe auf dem Spielfeld auszutragen, ohne FCS-Spieler einzuladen. Noch dazu war es gegen die Spielregeln des Fair-Play, dass ein Roßbacher Spieler in schwarzer Hose und neongelbem Trikot auflief. Auch seine Alibi-Aktionen gegen das eigene Team in der Schlussviertelstunde, konnten nicht über seine Vereinszugehörigkeit hinweg täuschen. Daher erfolgt zu Recht der Kommentar: "Roßbacher, Arschlöcher!" " 

1 Kommentar 10.11.07 21:42, kommentieren