Vor dem Spiel

Entscheidungsspiel

Stimmt die Sprechchöre an, sie kommen gleich raus
und dann kann die Show losgehen.
Und sie sind nicht allein, denn wir sind dabei,
und hoffen, dass es nichts aufs Auge gibt.

Es ist egal, ob Lautern II das Spiel verliert,
denn darauf kommt es nicht an.
Und ob das irgend jemand hier sonst kapiert,
ist für uns nicht interessant.

Ihr könnt uns schlagen so oft und so hoch ihr wollt,
das sollte nur morgen nicht passieren,           doch steigt ihr auf, gibts keinen, der mit euch tauschen will,
denn ihr seid nicht wie wir.

Ole ole ole ola,wir wissen, wer heute siegt!
Ole ole ole ola, weil es um die Regionalliga geht!

Irgendwann kommt für jeden mal der Tag,
an dem man sich entscheiden muss,
auf welcher Seite man im Leben ist,
auch wenn es noch so sehr weh tut.

Und wenn ihr lesen könnt, dann seht euch an,
was auf unsern Fahnen steht:
"Bis zum bitteren Ende"
wollen wir den Weg mitgehen.

Ole ole ole ola, wir wissen, wer heute siegt!
Ole ole ole ola, es geht um mehr als nur ein Spiel!

Selbst wenn wir zur Halbzeit Fünfter sind
und die Aufstiegsplätze scheinbar verlieren,
es wird trotzdem nie geschehen,
dass auch nur einer von uns mit euch tauschen will.

Ole ole ole ola, wir hoffen auf den Sieg!
Ole ole ole ola, es ist das Entscheidungsspiel!

Ablogg! - Einstimmungslied frei nach dem Tote Hosen Song "Auswärtsspiel".

23.5.08 21:13, kommentieren

1.FC Saarbruecken vs. Wormatia Worms

Zum vielleicht vorentscheidenden Spiel des 1.FCS gegen die Wormaten, war es der ABlogg!-Redaktion einmal wichtig ,sich genauer mit Worms auseinanderzusetzen:

Den Oberliga-Statuten zu Folge, befehligt ein Wormser Trainer ein Team von bis zu 22 schwer bewaffneten Würmern. Ziel des Spiels ist es, sämtliche Spieler aller gegnerischen Teams auszuschalten. Man kann gegen den 1.FC Saarbrücken, Mechtersheim oder z.b. gegen den FV Engers spielen. Letzteres ist aufgrund der hohen Torausbeute sehr beliebt. Stadien , Dörfer und Sportplätze sind meistens im Stile einfachsten Purismuses gestaltet und erinnern an die Drehorte der beliebten Fernsehstaffel "Bauer sucht Frau".

Jeder Wormser Trainer darf pro Spielbegegnung mit elf Würmern agieren. Während der Begegnung dürfen sie sich bewegen und "Schießen", "Laufen" oder "Tackling" einsetzen, oder Sonderaktionen ausführen (z.B. Schwalben machen, einen Elfmeter schießen oder den Teleporter( sieht einer rotgefärbten Kunststoffkarte sehr ähnlich) benutzen, um den Platz zu verlassen). Neben „normalen" Waffen wie Grätsche, Trikotzupfen oder zu hohem Bein gibt es etwas exotischere Waffen wie 14 Punkte Vorsprung verspielen, in einem Spiel 6 Treffer von Mechtersheim hinnehmen müssen, oder trotz ungeklärter Zukunft vorzeitige Vertragsverlängerungen mit dem Trainer abschließen. Alle haben taktische Vor- und Nachteile, die insbesondere aus (Un-)Kontrollierbarkeit, Selbstgefährdung, Reichweite bzw. Bewegungsformen, Schadenshöhe und dem Radius der Schadenswirkung entstehen.

Die stärkeren Waffen und Aktionen (wie 2-0 Sieg gegen den 1.FCS oder 1:0 Sieg gegen Mainz ) sind zahlen- und zeitmäßig begrenzt, d.h. die besagte Aktion kann nicht beliebig oft und erst nach einer bestimmten Spielzahl verwendet werden. Die Besitzanzahl einer bestimmten Waffe kann durch das Einsammeln von neuen Spielern zur Winterpause erhöht werden.

Da jede Spiellandschaft gegen Worms am Sportplatzende durch Wasser begrenzt wird und Würmer nicht schwimmen können, ergeben sich entsprechende taktische Optionen. Ansonsten wird die Bewegungsfreiheit der Würmer meistens durch unwegsames Sportplatzgelände und Bauzäune eingeschränkt. Elementar für viele Spiele der Mannschaft ist, dass die Tabellenlandschaft durch die herbeigeführten Leistungsexplosionen wie Leistungsabfälle ständig „erodiert" wird.

Die Würmer können auf zwei verschiedene Arten sterben: Entweder durch Verlust ihrer Lebensenergie, z.B. durch Niederlagen gegen Mechtersheim, tiefe Tabellenstürze (von Platz 1 auf 5) oder aber durch Bewegung seitlich aus der Vierten in die Fünfte Liga heraus oder natürlich: Nach unten ins Wasser. Sind nach Ablauf der Spielzeit noch Würmer am Leben, beginnt der „Sudden Death" Modus. Dabei fällt die Fanenergie auf ihr Minimum oder sinkt pro Spielzeit in der fünften Liga, und das Wasser steigt in jeder Spielrunde, wobei zu tief stehende Würmer ertrinken.

Ähnlichkeiten mit einem Wikipediaartikel über ein merkwürdiges Computerspiel sind rein zufälliger Natur:http://de.wikipedia.org/wiki/Worms_%28Computerspiel%29

Oh FC, wir sind da, jedes Spiel, ist doch klar, Vierte Liga tut auch nächstes Jahr weh, scheißegal, oh FC.

 

1 Kommentar 22.5.08 16:37, kommentieren

23 Jahre Berlin

"Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", hallt es gelegentlich durch deutsche Fußballstadien, wenn der Fan darauf aufmerksam machen will, dass seine Mannschaft entweder demnächst womöglich ins Finale des DFB-Pokals einzieht oder bereits im Finale steht. Denn das findet, wer hätte es vermutet, in Berlin statt. Doch das war nicht immer so, denn der Sieger des DFB-Pokals wird erst seit 1985 im Berliner Olympiastadion ermittelt. 23 Jahre Berlin !

In diesem Jahr sind die David- und Goliathrollen dabei so klar vergeben wie seit langem nicht mehr. Auf der einen Seite die scheinbar übermächtige Startruppe, auf der anderen Seite ein im unteren Drittel der Liga dümpelnder Verein, dessen Generalprobe mit einer Niederlage und 3 Gegentreffen gründlich daneben ging. Dennoch war das Faninteresse groß, sämtliche Kartenkontingente der Finalisten schon lange im Vorraus vergeben. Und so dürften sich beide Vereine einer großen Unterstützung durch ihre Fans gewiss sein. Für den Außenseiter ist das Finale eine der wenigen Möglichkeiten sich live einem großen deutschen TV-Publikum zu präsentieren.

Die Rede ist natürlich von den zuletzt schwächelnden Dortmunder Borussen und dem deutschen Rekordpokalsieger FC Bayern München, dessen Top-Torjäger Luca Toni auch in Berlin zuschlagen will und den Bayern den ersten Titel der Saison (läßt man den Ligapokal einmal außen vor) bescheren will. Eine Chance, die die Dormunder nutzen könnten, haben sie in den Augen der meisten Fußballkenner nicht, Gerüchten zufolge sollen sie sogar im Frauenfußballfinale antreten um wenigstens den Hauch einer Chance auf den Titel zu haben, wenn es auch nur der wenig interessante Frauenpokal wäre. Dieser wird im Vorprogramm des großen Finals ausgespielt zwischen dem 1.FFC Frankfurt und der Frauenabteilung des 1.FC Saarbrücken. Dieses Finale hat in etwa den Stellenwert, den eine Vorband einnimmt: Man stimmt sich langsam auf den eigentlichen Act des Tages ein und je näher das Ende der Darbietung rückt, desto froher ist man, dass es endlich vorbei ist. Die Freude auf das Hauptevent ist dann natürlich ungleich größer.

Freuen wir uns also auf ein spannendes Pokalfinale, den letzten Auftritt von Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld in ihren Funktionen als Torwart und Trainer in diesem Wettbewerb, sowie allerhand Emotionen. Um 19.30 dürfen alle zu Hause gebliebenen dann die ARD einschalten

1 Kommentar 18.4.08 19:04, kommentieren

Blut und Spiele.

Trier: Eine Stadt, die dank der unzähligen Studenten die magische Großstadtuntergrenze von 100.000 Einwohnern überschritten hat. Eine Stadt, die vor allem ihrer römischen Vergangenheit den täglichen Touristenstrom zu verdanken hat, der sich schwarze Tore, Kaiserthermen, Basiliken und andere alte Steinaufhäufungen anschaut. Die ziemlich überlaufende Universität ist vor allem so beliebt, weil es in Rheinland-Pfalz keine Studiengebühren gibt. Das sportliche Aushängeschild sind die Erstligabasketballer des TBB.

Achja, irgendwo zwischen Hauptfriedhof, Burger King und dem goldenen M steht auch noch das Moselstadion. Das ist zwar auch schon fast 80 Jahre alt, hat aber irgendwie nie die Bedeutung des städtischen Amphitheaters erreicht. Die Trierer Eintracht, in Sachen Doppelabstieg wohl das große Vorbild der Saarbrücker, trägt hier ihre Heimspiele aus. Wenn am morgigen Samstag die Saarbrücker im knapp 10.000 Zuschauer fassenden Stadion gastieren, geht es um nicht viel weniger als den Pseudoaufstieg in die neue, viertklassige Regionalliga. Das Derby des momentan auf Platz 4 stehenden FCS gegen die Pfälzer Rheinhessen zweitplatzierten Moselfranken verspricht daher zumindest auf den ersten Blick ein Zuschauermagnet zu werden.

Leider aber wird der 1.FC Saarbruecken nach den Ausschreitungen gegen Homburg und Kaiserslautern auf den Großteil seiner Fans verzichten müssen. Im Verlauf der Woche wurden zahlreiche Wohnungen in ganz Trier gestürmt, um gewaltbereite Fußballfans zur Sicherheit in Gewahrsam zu nehmen. Der sogenannte Entlastungszug der deutschen Bahn wird die Saarbrücker Fans zwar pflichtgemäß zum Trierer Bahnhof begleiten, doch das Moselstadion werden sie an diesem Tag nicht zu Gesicht bekommen. Vielmehr wird die Polizei die Fanhorde zielsicher zum Amphitheater eskortieren. Dort warten schon Trierer Hooligans und Kriminelle. Ausgerüstet mit vor Ort bereitliegenden Baseballschlägern und Schlagstöcken dürfen sich die geneigten "Dritte Halbzeit"- Fans dann bis Spielende mit schlagenden Argumenten die Meinung sagen. Die Überlebenden werden gegen 17.15 Uhr zurück zum Bahnhof geleitet.

Sollte das Modell Erfolg haben, so wird gemunkelt, liegen bereits Pläne vor in Engers ein Stahlrohr-Amphitheater zu bauen, damit das Spiel dort doch noch stattfinden kann.

5 Kommentare 11.4.08 17:32, kommentieren

Nur kein Déjà- vu!

Aufgrund der abiturbedingten Auszeit des FCSBlogs und zur Einstimmung auf das, was der Rest der FCS- Blogosphäre , der sich derzeit komplett in mehr oder minder großen Auszeiten befindet, noch zum Spiel gegen den FC 0815 aus Homburg beisteuern vermag, gibt es heute einen für A-Blogg! Verhältnisse außerordentlich ernsten Spielvorbericht zum möglicherweise letzten großen Saarderby im altehrwürdigen Ludwigspark.

Zu ersteinmal, und dies dürfte nicht nur mein persönlicher Eindruck sein, hält sich das (Medien)Echo auf das Spiel im Vergleich zur Hinrunde in solch engen Grenzen, dass man fast versucht wäre zu meinen, es fände ein ganz normales Oberligaspiel nächsten Samstag im Ludwigspark statt. Und vielleicht ist das gar nicht mal so falsch. Der Spieltagsthread im offiziellen FCS- Forum, in der Hinrunde bereits vor dem Mechtersheimspiel mit mehr Beiträgen gefüllt als der aktuelle Homburgthread, kommt nur langsam in Fahrt, neue Anti-Homburg- Shirts sind nicht angedacht und so Mancher kennt die Tabellensituation des abstiegsbedrohten (Noch)Zweitligisten aus der Pfalz besser als Die des FCS und der Homburger.

Scheint es also doch ausnahmsweise so zu sein, dass der Fan in der Lage ist, aus der Vergangenheit zu lernen? Wir erinnern uns: Das hochstiliserte Derby der ehemaligen Erzrivalen entpuppte sich in der Hinrunde, verglichen mit den gestellten Erwartungen, als wahrer Rohrkrepierer. Einzig die Zuschauerzahl von offiziell 10.100 Besuchern stimmte an diesem Tag. Daran gemessen war die Stimmung auf beiden Seiten erbärmlich, das Spiel bot etwas Kampf, viel Krampf und nur wenige ansehnliche Spielminuten. Alles in allem ein relativ enttäuschender Tag, der sich vor allem für die Homburger Vereinskasse und die ansäßigen Autowerkstätten gelohnt haben dürfte.

Da der Mensch gerne dazu neigt, Dinge in der Nachbetrachtung zu verklären, muss es noch weitere Gründe für die eher gedämpfte Derbystimmung geben. Hier kommt die derzeitige Situation beider Vereine ins Spiel, die man wiederum überraschenderweise mit ihrem Zusammentreffen in der Hinrunde in Verbindung bringen könnte: Der ungeschlagene FCS, mit 6 Siegen in Folge auf dem Konto, auf Platz 2 der Tabelle, dirTabellenführer Eintracht Trier im Nacken, traf auf den bereits 9 Punkte hinter ihm liegenden, sich auf Rang 8 wiederfindenden Nachbarn aus Homburg. Die erste reguläre Begegnung beider Mannschaften seit langem mobilisierte die Massen. Der FCS war gefühlt schon fast wieder zweite Liga; es galt dem ungeliebten Nachbarn bereits zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison die letzten zarten Aufstiegshoffnungen zu entreißen. Was nach dem Spiel folgte, waren 3 Spiele ohne Sieg, unter anderem mit einer 0-3 Schlappe in Mainz. An die fußballerisch teilweise recht wertvollen Partien der ersten Spieltage konnte man nie wieder anknüpfen, Sieg und Niederlage hielten sich plötzlich die Waage. Einem 2-0 gegen Mayen folgte eine 1-3 Niederlage gegen Hauenstein. Die Euphorie ebbte ebenso schnell ab wie sie gekommen war, der sichere Aufstieg war auf einmal gar nicht mehr so sicher und Manchem schien in dieser Situation sogar eines der größten Krisengebiete der Welt attraktiver als seine Trainertätigkeit in Saarbrücken.

Aber auch für die Homburger brachte der errungene Punkt nicht den erhofften Auftrieb. Schon am nächsten Spieltag war man Köllerbach unterlegen. Dem Sieg über Wirges und den Unentschieden gegen Pirmasens und Kaiserslautern, stand eine Niederlage gegen Mechtersheim entgegen. So hatte das Saarderby unterm Strich für beide Vereine eher schlechte Folgen.

Wie sieht es heute aus? Der FCS hat mal wieder eine kleine, wenn auch diesmal nicht ganz so beeindruckende Serie von immerhin 6 Spielen in Serie ohne Niederlage vorzuweisen.Große Begeisterung sucht man in und um den Park derzeit aber vergebens. Dies mag unter anderem daran liegen, dass sowohl Borussia Neunkirchen als auch die zweite Mannschaft des FCK zu einer realen Gefahr im Kampf um den "Aufstieg" geworden sind; von der Meisterschaft redet schon lange keiner mehr. Die Homburger weisen 6 Punkte Rückstand auf Platz 4 auf und müssen nach der Niederlage gegen Neunkirchen vorerst kleinere Brötchen backen, ein Sieg im Ludwigspark würde den Abstand auf Saarbrücken auf 3 Punkte verkürzen.

In der Heimtabelle belegen die Blau-Schwarzen mit 22 Punkten aus 12 Spielen Platz 5. Dies entspricht einer Quote von durchschnittlich 1,83 Punkten pro Spiel. Der in der Auswärtstabelle auf Platz 9 stehende FC Homburg erlangte in 11 Spielen 14 Punkte und machte somit 1,27 Punkte pro Spiel. Rein statistisch gesehen sollte der FCS also Favorit sein. Weniger beruhigend ist hingegen, dass von den letzten 5 Heimspielen kein einziges gewonnen werden konnte. Grün-Weiß weist aus den letzten 3 Auswärtspartien 3 Siege auf. Für Spannung sollte also gesorgt sein. 

 Dass die 10.000 Zuschauermarke dennoch aller Wahrscheinlickeit nach nicht erreicht werden wird, liegt neben den bereits ausführlich dargelegten Gründen auch am Zustand beider Vereine. Der FC 08 Homburg, bei Heimspielen meist zwischen 500-800 Zuschauer habend, ist heutzutage nicht mehr als ein kleiner, finanzschwacher saarländischer Verein, dessen große Zeiten schon so lange zurückliegen, dass sie in vielen Köpfen nicht mehr präsent sind; eine ausgeprägte Fanszene ist nicht mehr existent und überregional dürfte der Name ohnehin längst keine Rolle mehr spielen. Bei all der Häme, die man für diesen Verein übrig hat, sollte der FCS-Fan dabei nicht vergessen, dass am Samstag kein Benefiz- sondern ein reguläres Ligaspiel angepfiffen wird. Und damit ist wohl auch alles zur Lage des blau-schwarzen Traditionsvereins gesagt.

So läßt sich nurauf einen Sieg und die anschließende Vermeidung eines Saisonverlaufs wie in der Vorrunde hoffen. Nur kein Déjà-vu!

Die letzten Infos zum Spiel gibt dann wohl am Freitag die blau-schwarze Belletristik preis.

P.S.: Zur einmaligen Support-Aktion werden alle Fans gebeten, im A-Block zu erscheinen!

3.4.08 01:54, kommentieren

Jetzt oder nie!

Noch 7 Tage bis zum letzten Saarderby im Ludwigspark, jetzt die Chance wahrnehmen:

A-Blogg! in Kooperation mit Pro-Ablock! präsentiert:

weitersagen, weiterverlinken, weiterreichen, mitmachen und mitlachen! 

 

29.3.08 23:56, kommentieren

Berlin, Berlin, wir (?) fahren nach Berlin!

Frauenfußball verhält sich zu Fußball wie Tischtennis zu Tennis. Irgendwie hat es was damit zu tun, ist aber dennoch etwas Grundverschiedenes. Wenn es freilich darum geht, gerade einen Erfolg verbucht zu haben, so neigt die Fußballerin schnell dazu, ihren Sport mit den Männern auf eine Stufe zu stellen. "Die Frauen sind Weltmeister, das müssen die Männer erstmal nachmachen" ist einer der Sprüche der letzten Jahre, der zwei Systeme miteinander vergleicht, die nicht vergleichbar sind. So antwortete eine Nationalspielerin auf die Frage, ob sie sich vorstellen könne, einmal in einem Männerteam zu spielen, auch folgerichtig: "Nein, das ist eine andere Sportart."  Wer Fußball mag, muss also noch lange kein Interesse für Frauenfußball hegen und umgekehrt. Wie überall läßt plötzlich eintretender Erfolg selbstverständlich viele Grenzen verwischen.

Gestern war es also so weit. Die Frauenfußballmannschaft des 1.FC Saarbrücken spielte im DFB-Pokalhalbfinale der Frauen gegen die TUS Köln. Ein Sieg würde bedeuten, dass der 1.FC Saarbrücken ein bestimmtes Kartenkontingent für das Pokalfinale in Berlin zwischen Bayern München und Borussia Dortmund bekäme. Angesichts der Preise, die ab ca 150 Euro aufwärts für eine Karte bei einem bekannten Internetauktionsportal gezahlt werden, ein verlockendes Angebot für alle blau-schwarzen Anhänger günstig Karten zu erwerben. So taten sich dann auch rund 1500 FCS-Fans den Damenkick in Köln an, sdhließlich munkelte man im Vorfeld von einem Vorverkaufsrecht für Kölnfahrer. Wenn man nun schonmal auf einem Sportplatz irgendwo in Köln stand und den Busfahrpreis gezahlt hatte, wollte man nun auch etwas Spaß am Sonntagnachmittag haben und startete deshalb einen beachtlichen Support. Die Mannschaft musste schließlich auch unterstützt werden, es ging immerhin um das Pokalendspiel zwischen Dortmund und Bayern und um die hervorragende Chance im Nachmittagsprogramm der ARD live und in Farbe das blau-schwarze Fähnchen zu schwenken. Wer darauf keinen Bock hat, kann auch einfach ein paar Stunden später kommen um sich dann das richtige Finale vor ausverkauftem Haus anzusehen. Da die Damen 2-0 gewannen, muss dieses Szenario kein Traum mehr bleiben. Doch sie gewannen nicht nur ein Spiel, sondern auch einen ganzen Haufen neuer, alter Fans. Diese waren schon immer Damenfußball-Fans, trauten sich aber nie sich zu outen. Auf der Welle des Erfolgs wird sich nun so mancher überraschend als großer Fan outen. 

Wer sich ,so wie ich übrigens ,überhaupt nicht für Frauenfußball begeistern kann, und wem dazu noch das Herrenfinale sonstwo vorbeigeht, der kann sich dennoch für eine Karte bewerben. Die Ebayer zahlen gut.  

24.3.08 17:33, kommentieren