FCS vs. Hauenstein oder: Mit dem Zug nach Engers... und zurück??

Nachdem das Saarland neuesten, zweifelhaften Umfragen zufolge nicht mehr auf dem Thron der am meisten "schwenkenden" Bundesländer sitzt,weil die geliebte Landeshauptstadt Saarbrücken sich den Emporkömmlingen aus Erfurt geschlagen geben musste, hatte sich die saarländische Polizei für das Freitagabendspiel des 1.FC Saarbrücken gegen die Mannschaft aus Hauenstein etwas ganz besonderes ausgedacht um die Einzigartigkeit der Stadt an der Saar unter Beweis zu stellen: Man verschob den ersten einfach auf den zweiten Mai und rückte mit einer Hundertschaft an, um mögliche 1.Mai Krawalle am 2.Mai direkt im Keim zu ersticken. Damit machte man von Anfang an den Geheimplan linksautonomer Krawallmacher zunichte, die getarnt als Hauensteinfans für Unruhe sorgen wollten. Diese Präventivmaßnahme zeigte eine solche Wirkung, dass die Autonomen erst gar nicht anreisten. Die Polizei hatte also alles richtig gemacht. Wer sich also gestern aufregte, dass ein viel zu großes Polizeiaufgebot Steuergelder verschlungen hätte, obwohl doch wirklich nun überhaupt keine Hauensteiner auch nur in der Nähe des Ludwigsparks waren und Hauensteiner Fans für Saarbrücker in etwa so interessant seien wie Magerquark für Fast Food-Junkies, der hat einfach die geniale Polizeitaktik verkannt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Männer und Frauen in Grün, ohne Euch wären Fußballspiele nicht das, was sie sind. Keep on reaching for the rainbow!

Zum Spiel selbst: In einer relativ lahmen ersten Halbzeit, in der der FCS clever eine vermeintliche, spielerische Unfähigkeit vortäuschte, um die Hauensteiner für Halbzeit 2 in Sicherheit zu wiegen, passierte außer ein paar absichtlich absolut kläglich vergebenen Torchancen der Blau-Schwarzen und dem zwischenzeitlichen 1-1 in Mainz rein gar nichts. Doch während die Hauensteiner Hobby-Fußballer sich auf der Siegesstraße wähnten, tüfftelte Alfred Kaminski bereits an seinem teuflischen Halbzeitplan: Das Konzept, absoluten Dilletantismus in sämtlichen Bereichen vorzutäuschen, war absolut aufgegangen. Selbst die Stadionsprecher taten so, als könnten sie auch beim fünften Versuch nicht die korrekte Aufstellung bekanntgeben und packten extra lahme Witze aus, die man nicht mal in Homburg für witzig befunden hätte. Als dann noch das Eppers-Mobil kometenhafte 10 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit aufwies, schien die Sache für Hauenstein klar: Diese Trümmertruppe musste doch zu packen sein.

Aber weit gefehlt, denn in Halbzeit 2 zog die Mannschaft aus Saarbrücken plötzlich an, schnürte die überheblich gewordenen Hauensteiner in der eigenen Hälfte ein und ging folgerichtig durch Otto in Führung. Der Treffer zum 2-0 in der 76.Minute durch Hajdarovic sollte ungeheuer wichtig werden, als nur kurze Zeit später, der erst eingewechselte Maik Frantz mit Gelb-Rot vom Platz flog. Dem Schiedsrichter hatte man vergessen zu sagen, dass er wieder auf normalen Niveau pfeifen könne, so dass er 90 Minuten plus X konstant mies blieb. Dummerweise hatten auch die Stadionsprecher vergessen, mit der gespielten Unfähigkeit aufzuhören und fragten etwa, wo denn die Mainzer Fans wären. Nach dem zwischenzeitlichen 2-1 Anschlusstreffer. erfolgte die endgültige Erlösung von Spiel, Schiedsrichter und Stadionsprecher in der 92. Minute durch Pascal Stelleta. Danke!

Zugfahrer nach Engers sollten sich übrigends mehr als einen Tag frei nehmen :D

3.5.08 17:30

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