23 Jahre Berlin

"Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", hallt es gelegentlich durch deutsche Fußballstadien, wenn der Fan darauf aufmerksam machen will, dass seine Mannschaft entweder demnächst womöglich ins Finale des DFB-Pokals einzieht oder bereits im Finale steht. Denn das findet, wer hätte es vermutet, in Berlin statt. Doch das war nicht immer so, denn der Sieger des DFB-Pokals wird erst seit 1985 im Berliner Olympiastadion ermittelt. 23 Jahre Berlin !

In diesem Jahr sind die David- und Goliathrollen dabei so klar vergeben wie seit langem nicht mehr. Auf der einen Seite die scheinbar übermächtige Startruppe, auf der anderen Seite ein im unteren Drittel der Liga dümpelnder Verein, dessen Generalprobe mit einer Niederlage und 3 Gegentreffen gründlich daneben ging. Dennoch war das Faninteresse groß, sämtliche Kartenkontingente der Finalisten schon lange im Vorraus vergeben. Und so dürften sich beide Vereine einer großen Unterstützung durch ihre Fans gewiss sein. Für den Außenseiter ist das Finale eine der wenigen Möglichkeiten sich live einem großen deutschen TV-Publikum zu präsentieren.

Die Rede ist natürlich von den zuletzt schwächelnden Dortmunder Borussen und dem deutschen Rekordpokalsieger FC Bayern München, dessen Top-Torjäger Luca Toni auch in Berlin zuschlagen will und den Bayern den ersten Titel der Saison (läßt man den Ligapokal einmal außen vor) bescheren will. Eine Chance, die die Dormunder nutzen könnten, haben sie in den Augen der meisten Fußballkenner nicht, Gerüchten zufolge sollen sie sogar im Frauenfußballfinale antreten um wenigstens den Hauch einer Chance auf den Titel zu haben, wenn es auch nur der wenig interessante Frauenpokal wäre. Dieser wird im Vorprogramm des großen Finals ausgespielt zwischen dem 1.FFC Frankfurt und der Frauenabteilung des 1.FC Saarbrücken. Dieses Finale hat in etwa den Stellenwert, den eine Vorband einnimmt: Man stimmt sich langsam auf den eigentlichen Act des Tages ein und je näher das Ende der Darbietung rückt, desto froher ist man, dass es endlich vorbei ist. Die Freude auf das Hauptevent ist dann natürlich ungleich größer.

Freuen wir uns also auf ein spannendes Pokalfinale, den letzten Auftritt von Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld in ihren Funktionen als Torwart und Trainer in diesem Wettbewerb, sowie allerhand Emotionen. Um 19.30 dürfen alle zu Hause gebliebenen dann die ARD einschalten

18.4.08 19:04

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