Blut und Spiele.

Trier: Eine Stadt, die dank der unzähligen Studenten die magische Großstadtuntergrenze von 100.000 Einwohnern überschritten hat. Eine Stadt, die vor allem ihrer römischen Vergangenheit den täglichen Touristenstrom zu verdanken hat, der sich schwarze Tore, Kaiserthermen, Basiliken und andere alte Steinaufhäufungen anschaut. Die ziemlich überlaufende Universität ist vor allem so beliebt, weil es in Rheinland-Pfalz keine Studiengebühren gibt. Das sportliche Aushängeschild sind die Erstligabasketballer des TBB.

Achja, irgendwo zwischen Hauptfriedhof, Burger King und dem goldenen M steht auch noch das Moselstadion. Das ist zwar auch schon fast 80 Jahre alt, hat aber irgendwie nie die Bedeutung des städtischen Amphitheaters erreicht. Die Trierer Eintracht, in Sachen Doppelabstieg wohl das große Vorbild der Saarbrücker, trägt hier ihre Heimspiele aus. Wenn am morgigen Samstag die Saarbrücker im knapp 10.000 Zuschauer fassenden Stadion gastieren, geht es um nicht viel weniger als den Pseudoaufstieg in die neue, viertklassige Regionalliga. Das Derby des momentan auf Platz 4 stehenden FCS gegen die Pfälzer Rheinhessen zweitplatzierten Moselfranken verspricht daher zumindest auf den ersten Blick ein Zuschauermagnet zu werden.

Leider aber wird der 1.FC Saarbruecken nach den Ausschreitungen gegen Homburg und Kaiserslautern auf den Großteil seiner Fans verzichten müssen. Im Verlauf der Woche wurden zahlreiche Wohnungen in ganz Trier gestürmt, um gewaltbereite Fußballfans zur Sicherheit in Gewahrsam zu nehmen. Der sogenannte Entlastungszug der deutschen Bahn wird die Saarbrücker Fans zwar pflichtgemäß zum Trierer Bahnhof begleiten, doch das Moselstadion werden sie an diesem Tag nicht zu Gesicht bekommen. Vielmehr wird die Polizei die Fanhorde zielsicher zum Amphitheater eskortieren. Dort warten schon Trierer Hooligans und Kriminelle. Ausgerüstet mit vor Ort bereitliegenden Baseballschlägern und Schlagstöcken dürfen sich die geneigten "Dritte Halbzeit"- Fans dann bis Spielende mit schlagenden Argumenten die Meinung sagen. Die Überlebenden werden gegen 17.15 Uhr zurück zum Bahnhof geleitet.

Sollte das Modell Erfolg haben, so wird gemunkelt, liegen bereits Pläne vor in Engers ein Stahlrohr-Amphitheater zu bauen, damit das Spiel dort doch noch stattfinden kann.

11.4.08 17:32

bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Carsten / Website (12.4.08 09:35)
Herrlich! Am besten noch den Kampf im Amphitheater live auf SR1 von Kalle Roland kommentieren lassen!


Ablogg! (12.4.08 20:00)
Wäre vermutlich die spannenste SR-Liveübertragung seit dem Pokalspiel gegen den FCK!


Frederic / Website (14.4.08 14:30)
Tja, lässt sich wirklich sehr hübsch lesen. Was soll man da noch sagen? Geniale Idee und geniale Interpretationen!


Frederic / Website (14.4.08 14:31)
Verdammt, dieser Kommentar war eigentlich auf den Hinschi-Chat bezogen. Sorry!

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