Nur kein Déjà- vu!

Aufgrund der abiturbedingten Auszeit des FCSBlogs und zur Einstimmung auf das, was der Rest der FCS- Blogosphäre , der sich derzeit komplett in mehr oder minder großen Auszeiten befindet, noch zum Spiel gegen den FC 0815 aus Homburg beisteuern vermag, gibt es heute einen für A-Blogg! Verhältnisse außerordentlich ernsten Spielvorbericht zum möglicherweise letzten großen Saarderby im altehrwürdigen Ludwigspark.

Zu ersteinmal, und dies dürfte nicht nur mein persönlicher Eindruck sein, hält sich das (Medien)Echo auf das Spiel im Vergleich zur Hinrunde in solch engen Grenzen, dass man fast versucht wäre zu meinen, es fände ein ganz normales Oberligaspiel nächsten Samstag im Ludwigspark statt. Und vielleicht ist das gar nicht mal so falsch. Der Spieltagsthread im offiziellen FCS- Forum, in der Hinrunde bereits vor dem Mechtersheimspiel mit mehr Beiträgen gefüllt als der aktuelle Homburgthread, kommt nur langsam in Fahrt, neue Anti-Homburg- Shirts sind nicht angedacht und so Mancher kennt die Tabellensituation des abstiegsbedrohten (Noch)Zweitligisten aus der Pfalz besser als Die des FCS und der Homburger.

Scheint es also doch ausnahmsweise so zu sein, dass der Fan in der Lage ist, aus der Vergangenheit zu lernen? Wir erinnern uns: Das hochstiliserte Derby der ehemaligen Erzrivalen entpuppte sich in der Hinrunde, verglichen mit den gestellten Erwartungen, als wahrer Rohrkrepierer. Einzig die Zuschauerzahl von offiziell 10.100 Besuchern stimmte an diesem Tag. Daran gemessen war die Stimmung auf beiden Seiten erbärmlich, das Spiel bot etwas Kampf, viel Krampf und nur wenige ansehnliche Spielminuten. Alles in allem ein relativ enttäuschender Tag, der sich vor allem für die Homburger Vereinskasse und die ansäßigen Autowerkstätten gelohnt haben dürfte.

Da der Mensch gerne dazu neigt, Dinge in der Nachbetrachtung zu verklären, muss es noch weitere Gründe für die eher gedämpfte Derbystimmung geben. Hier kommt die derzeitige Situation beider Vereine ins Spiel, die man wiederum überraschenderweise mit ihrem Zusammentreffen in der Hinrunde in Verbindung bringen könnte: Der ungeschlagene FCS, mit 6 Siegen in Folge auf dem Konto, auf Platz 2 der Tabelle, dirTabellenführer Eintracht Trier im Nacken, traf auf den bereits 9 Punkte hinter ihm liegenden, sich auf Rang 8 wiederfindenden Nachbarn aus Homburg. Die erste reguläre Begegnung beider Mannschaften seit langem mobilisierte die Massen. Der FCS war gefühlt schon fast wieder zweite Liga; es galt dem ungeliebten Nachbarn bereits zu diesem frühen Zeitpunkt in der Saison die letzten zarten Aufstiegshoffnungen zu entreißen. Was nach dem Spiel folgte, waren 3 Spiele ohne Sieg, unter anderem mit einer 0-3 Schlappe in Mainz. An die fußballerisch teilweise recht wertvollen Partien der ersten Spieltage konnte man nie wieder anknüpfen, Sieg und Niederlage hielten sich plötzlich die Waage. Einem 2-0 gegen Mayen folgte eine 1-3 Niederlage gegen Hauenstein. Die Euphorie ebbte ebenso schnell ab wie sie gekommen war, der sichere Aufstieg war auf einmal gar nicht mehr so sicher und Manchem schien in dieser Situation sogar eines der größten Krisengebiete der Welt attraktiver als seine Trainertätigkeit in Saarbrücken.

Aber auch für die Homburger brachte der errungene Punkt nicht den erhofften Auftrieb. Schon am nächsten Spieltag war man Köllerbach unterlegen. Dem Sieg über Wirges und den Unentschieden gegen Pirmasens und Kaiserslautern, stand eine Niederlage gegen Mechtersheim entgegen. So hatte das Saarderby unterm Strich für beide Vereine eher schlechte Folgen.

Wie sieht es heute aus? Der FCS hat mal wieder eine kleine, wenn auch diesmal nicht ganz so beeindruckende Serie von immerhin 6 Spielen in Serie ohne Niederlage vorzuweisen.Große Begeisterung sucht man in und um den Park derzeit aber vergebens. Dies mag unter anderem daran liegen, dass sowohl Borussia Neunkirchen als auch die zweite Mannschaft des FCK zu einer realen Gefahr im Kampf um den "Aufstieg" geworden sind; von der Meisterschaft redet schon lange keiner mehr. Die Homburger weisen 6 Punkte Rückstand auf Platz 4 auf und müssen nach der Niederlage gegen Neunkirchen vorerst kleinere Brötchen backen, ein Sieg im Ludwigspark würde den Abstand auf Saarbrücken auf 3 Punkte verkürzen.

In der Heimtabelle belegen die Blau-Schwarzen mit 22 Punkten aus 12 Spielen Platz 5. Dies entspricht einer Quote von durchschnittlich 1,83 Punkten pro Spiel. Der in der Auswärtstabelle auf Platz 9 stehende FC Homburg erlangte in 11 Spielen 14 Punkte und machte somit 1,27 Punkte pro Spiel. Rein statistisch gesehen sollte der FCS also Favorit sein. Weniger beruhigend ist hingegen, dass von den letzten 5 Heimspielen kein einziges gewonnen werden konnte. Grün-Weiß weist aus den letzten 3 Auswärtspartien 3 Siege auf. Für Spannung sollte also gesorgt sein. 

 Dass die 10.000 Zuschauermarke dennoch aller Wahrscheinlickeit nach nicht erreicht werden wird, liegt neben den bereits ausführlich dargelegten Gründen auch am Zustand beider Vereine. Der FC 08 Homburg, bei Heimspielen meist zwischen 500-800 Zuschauer habend, ist heutzutage nicht mehr als ein kleiner, finanzschwacher saarländischer Verein, dessen große Zeiten schon so lange zurückliegen, dass sie in vielen Köpfen nicht mehr präsent sind; eine ausgeprägte Fanszene ist nicht mehr existent und überregional dürfte der Name ohnehin längst keine Rolle mehr spielen. Bei all der Häme, die man für diesen Verein übrig hat, sollte der FCS-Fan dabei nicht vergessen, dass am Samstag kein Benefiz- sondern ein reguläres Ligaspiel angepfiffen wird. Und damit ist wohl auch alles zur Lage des blau-schwarzen Traditionsvereins gesagt.

So läßt sich nurauf einen Sieg und die anschließende Vermeidung eines Saisonverlaufs wie in der Vorrunde hoffen. Nur kein Déjà-vu!

Die letzten Infos zum Spiel gibt dann wohl am Freitag die blau-schwarze Belletristik preis.

P.S.: Zur einmaligen Support-Aktion werden alle Fans gebeten, im A-Block zu erscheinen!

3.4.08 01:54

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