Déjà-vu? Nö!

"Wow, ein Deja Vu!"
"Was hast Du gerade gesagt?"
"Nichts, ich hatte nur ein kleines Deja Vu."
"Was hast Du gesehen?"
"Was war denn?"
"Da kam grad `ne schwarze Katze vorbei, und danach noch eine, die genauso aussah."

"Als Déjà-vu-Erlebnis  bezeichnet man ein psychologisches Phänomen, das sich in dem Gefühl äußert, eine an sich völlig neue Situation schon einmal exakt so erlebt, gesehen oder geträumt zu haben." *

Bei fast sommerlichen Temperaturen um die 6°C, einem Anflug von Nieselregen und leichten Winden, wollten im nicht ganz ausverkauften Ludwigsparkstadion etwa 3000 Zuschauer die Partie des 1.FC Saarbruecken gegen den SV Roßbach/Verscheid sehen. Die Schlachtenbummler aus Roßbach, die nicht ganz so zahlreich wie befürchtet (A-Blogg! berichtete) eingetroffen waren, belegten mit knapp 30 Mann, zur Überraschung Vieler, Plätze auf der Karlsberg-Tribüne. Allein diese Tatsache zeigte schon zu Spielbeginn die Größenverhältnisse beider Teams deutlich auf: Auf der einen Seite die großen Roßbacher, deren Fans sich Plätze auf der Karlsbergtribüne leisten können, auf der anderen Seite die in blau-schwarze Fetzen gekleideten Saarbrücker, die sich die Beine in den Bauch stehen mussten.

Bei fast schon Fritz-Walter -oh pardon!- bei den jedenfalls zu Beginn geschilderten Wetterverhältnissen, übernahm der FCS zur Überraschung aller spätestens ab der 15.Spielminute die Spielkontrolle.Roßbacher Torchancen blieben bis dahin Mangelware.

Halt! Wir erinnern uns: Auch gegen den SC Hauenstein schickte sich der FCS an, als Favoritenschreck zu agieren und machte das Spiel. Doch mit der ersten Torchance der Hauensteiner fiel in der 43.Minute das 1-0. Gegen die favorisierten Spieler aus Engers dominierten ebenfalls die Saarbruecker, bevor mit der ersten Chance für Engers auch das erste Tor für Engers fiel, Minute 15.

Zurück zum Spiel: Der FCS beherrscht die Partie, macht das Spiel, doch mit der ersten Roßbacher Torchance fällt das Tor für Roßbach, 0-1. Ein Déjà-vu? Mitnichten, denn der Treffer fällt in der 37.Minute, also 5min früher als das Tor gegen Hauenstein und 22 Minuten später als der Treffer von Engers. Eine weitere Rossbacher Torchance nach Eckball klärt der gut reagierende Saarbrücker Torhüter.

In der zweiten Halbzeit machen es die Roßbacher den großen Bayern gleich, schalten einen Gang zurück und versuchen das Ergebnis zu verwalten. Das funktioniert lange Zeit richtig gut, weil die Saarbrücker Stürmer sehr um Nettigkeiten bemüht, den Roßbachern viele Gastgeschenke zukommen lassen,und sich strikt weigern ein Tor zu erzielen. In der 80. Minute dann die Katastrophe: Irgendwie fällt der Ball auf den Kopf von Danny Luft, und springt von dort unglücklich ins Tor, 1-1. Um die Roßbacher nicht weiter zu verärgern, halten sich die FCS-Spieler nun an die ungeschriebenen Gesetze des Anstandes und erzielen keinen weiteren Treffer.

Fazit: Der 1.FCS erreicht gegen den Aufstiegsaspiranten Roßbach verdient einen Punkt und empfiehlt sich für höhere Aufgaben, lediglich in Punkto Gastfreundlichkeit sollte man sich stärker am Prinzip "Weniger ist manchmal mehr" orientieren.

Außerdem sind Ergebnisse in folgenden Wertungen erzielt worden:

 1. In der Roßbacher Dorf-internen Wertung "Spieler, der die längste Spielunterbrechung erreichen kann" siegte der Roßbacher Torhüter nach sensationeller Einlage in der 50.Minute, als er es schaffte, einen Doppelfaller mit anschließender Verletzungssimulation hinzubekommen. Trotz etlicher Versuche seiner Teamkollegen, ihn in dieser Wertung zu übertreffen, hat er sich den Titel doch redlich verdient.

2.In der Roßbacher Dorf-internen Wertung " Spieler, der die beste Neuinterpretation des sterbenden Schwanes abliefern kann", konnte kein eindeutiger Sieger ermittelt werden, da sich fast alle Roßbacher auf gleich hohem schauspielerischem Niveau bewegten.

3.Zu guter Letzt eroberte der SV Roßbach/Verscheid den Titel " Unfairste Mannschaft, die im Ludwigspark in der Oberliga vorstellig wurde" und stieß damit den bisherigen Spitzenreiter Tus Mayen deutlich vom Thron. Die Jury dazu: "Es war äußerst unfair von den Roßbachern, ihre internen Wettbewerbe auf dem Spielfeld auszutragen, ohne FCS-Spieler einzuladen. Noch dazu war es gegen die Spielregeln des Fair-Play, dass ein Roßbacher Spieler in schwarzer Hose und neongelbem Trikot auflief. Auch seine Alibi-Aktionen gegen das eigene Team in der Schlussviertelstunde, konnten nicht über seine Vereinszugehörigkeit hinweg täuschen. Daher erfolgt zu Recht der Kommentar: "Roßbacher, Arschlöcher!" " 

10.11.07 21:42

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